MUSIK
Cherubim [Trikont, 2019]

Fernab von Adventmarktidylle und Christbaumklischees haben ALMA ein Programm entwickelt, das dennoch der „stillen Zeit“ gewidmet ist. Weil es aus der Stille kommt, und in die Stille führt. Nach innen, sozusagen. Sie spielen auf alten Instrumenten und in alter Stimmung – ganz bewusst, und mit großer Freude. Was bedeutet das nun genau, „alte Stimmung“, werden sie sich vielleicht zurecht fragen?
Nun ja, der Kammerton wurde im Laufe der Zeit immer höher angesetzt. Das hat musikkulturelle Gründe, ästhetische Begleiterscheinungen und – zumindest für einen Teil der Menschheit – gesundheitliche Folgen. Und genau da lohnt es sich, genauer hinzuschauen, oder besser gesagt, hinzuhören. Man könnte sagen, wir leben in einer hochgepitchten Zeit, in der ein höher-schneller-lauter fast schon zur Norm geworden ist, an die wir uns weitgehend gewöhnt haben, oder zumindest zunehmend anpassen. Und auch das hat Folgen.
Warum also nicht ein paar Wochen im Jahr den gesamten Organismus einfach „umstimmen“? Die heiße Luft der gigantischen Weihnachtsindustrie einfach an uns vorüberströmen lassen, und ein paar Jahrhunderte in der Geschichte unserer Musik zurückspringen? Oder nach vor?
ALMA haben für dieses spezielle Programm in den Volkslied-Archiven nach unerhörten Liedern geforscht, sich von zeitgenössischer Musik und altem Klang inspirieren lassen. Sie haben komponiert und arrangiert, und ein einen Bogen gespannt, der jeglicher alltäglicher Anspannung entgegenwirkt.
C H E R U B I M ist kein gewöhnliches Weihnachtsprogramm, es ist eine Einladung in die Stille. So still, dass wir unsere Herzen schlagen, und unsere Nachbarn atmen hören, und das möglichst ruhig. Herzlich Willkommen!

 

„Gemeinsam legen sie ihre Schätze aufeinander, nebeneinander, übereinander, und es entsteht ein Bild. Dann fegt ein Windstoß über die Landstraße, alles ist zerstreut und die fünf, ohne Enttäuschung, ohne Ermüdung, ordnen neu. Am Ende fügt sich ein Winterbild, oder, von mir aus: ein Weihnachtsbild neben das andere, und nichts ist beschwerlich.“ (Ernst Molden)

Pressestimmen

Was geschieht, wenn man bei abnehmendem Mond seine Instrumente auf 415 statt auf 440 Hertz stimmt und dann ein Konzert spielt? So wie beim Mond, der sich langsam vom vollen Leuchten zurückzieht, entspannen sich bei den Instrumenten nicht nur die Saiten, die Wirkung ist vielschichtiger und intensiver. Ein Ton. Ich höre ihn. Ich merke, wie er sich einen Weg bahnen will, tiefer in mein Bewusstsein. Ich schließe meine Augen. Klang kann Blockaden lösen, er hilft, wieder in Balance zu kommen. Nein, ich berichte nicht aus der Praxis eines Klangtherapeuten. Ich lausche den Klängen von ALMA, die mit ihrem aktuellen Programm CHERUBIM ins Emailwerk Seekirchen einluden, eine Einladung in die Stille.

Sie spielen auf alten Instrumenten, in alter Stimmung, die Harmonika musste für diese Stimmung erst gebaut werden. Die Wirkung dieser Maßnahme entfaltet sich aber erst in Kombination mit den Kompositionen und Bearbeitungen der fünf jungen MusikerInnen. Noch einmal zurück zum Mond. Er wird seit Jahrtausenden besonders mit der femininen Kraft in Verbindung gesetzt. Das Feminine steht traditionell für alles Fühlende und Emotionale, aber auch für Intuition und Kreativität. All das wird beim Konzert von Alma spürbar. Nicht weil vier der fünf Talente Frauen sind, nein, diese Musik spricht unsere weibliche Seite an, egal welchem Geschlecht wir angehören. Es ist eine sensible und intuitionsgeprägte Reise in die Zwischenwelten der Musik. Nein, wir hören hier nicht Klassik oder Volksmusik, nicht Tradition oder Moderne, wir entdecken beim Hören die Klangwelten dazwischen. Darum ist es völlig nebensächlich, ob nun Walzer oder Polka, Bourrée und Musette der Träger der feingewobenen Arrangements ist, entscheidend ist die Emotion, von der alles getragen wird, dieses tiefe, alte Wissen um Musik, das man nicht aufschreiben oder halten kann, sondern nur im Moment musizieren.

In der Bibel sind Cherubim Engel von hohem Rang, die für besondere Aufgaben herangezogen werden. Zum ersten Mal tauchen sie in der Genesis auf, wo sie nach dem Sündenfall und der Vertreibung von Adam und Eva aus dem Garten Eden von Gott als Wächter vor dessen Zugang aufgestellt werden. Übertragen auf das Konzert CHERUBIM und im Wissen, dass bei Martin Luther der abnehmende Mond altes Licht, der zunehmende junges Licht genannt wurde, zelebrieren diese musikalischen Geschöpfe etwas, das wir im Moment des Hörens noch gar nicht erfassen können. Dieses „alte“ musikalische Wissen in den gestaltgebenden Händen so junger Musikschaffenden, das ist etwas Besonderes. Diese Musik geht tiefer, hält sich länger in unseren Gehörgängen und Nervenbahnen und macht vieles andere vergessen.

Ja, das passt alles gut in die Adventszeit, aber nicht nur. Diese Musik ist zeitlos, sie pulsiert in sich und über Jahreszeiten und Mondphasen hinweg. Aber, wenn so wie am vierzehnten Dezember die Energie des Mondes abnimmt, ist es gut, sich zurückzuziehen und zu reflektieren, wo man steht. Diese musikalische Erfahrung hilft dabei sicher, besonders, wenn man sich auf entspannende vierhundertfünfzehn Hertz einlässt.

Schöne Weihnachten

www.kunstbox.at/nachlese

Oeo [col legno, 2017]

„Hoe-ho“! Jodeln – frei gedeutet ist es das Esperanto der alpenländischen Musik.
Eine Welthilfesprache, die der internationalen Kommunikation dient, hat im Alpenraum eine
Schwesternsprache, die auf den ersten Blick nicht danach aussieht. Wie kann das sein? Ganz
einfach: Die wohlklingende Sprachmelodie des Jodelns kann Botschaften weiterleiten, denen die
Hochsprache nie nachkommt: Gefühlsstimmungen ausdrücken, die Zeit überdauern oder einfach glücklich machen.

 

Befreit man die oben erwähnte Jodelsilbe von ihren Konsonanten, landet man bei „Oeo“, dem
programmatischen Titelstück des Programms und befindet sich unweigerlich in der Jetztzeit.
Einmal mehr bringen ALMA „Zeitgenössische Volksmusik“ zu Gehör, vor allem in ihren Eigenkompositionen.
Wenn dabei ein zeitloses Gefühl von Heimat entsteht, ist das nur erfreulich.

ALMA versuchen reflektierte „Heimatgefühle“ beim Konzertbesucher auszulösen, womöglich
sogar Gefühle einer Sozialisation ohne Raumbezug, sondern nur im Herzen oder in einem früheren Leben.

 

Apropos Herz:
Der Landler. Die Urform der österreichischen Volksmusik. Darin verpackt befindet sich der
Herzschlag. Das ist kein schlechter Scherz, sondern die reinste Wahrheit: Die Betonungen in
dieser dreivierteltaktigen Gattung liegen auf den Taktzeiten eins und drei. Daraus ergibt sich ein
Rhythmus, der einem gesunden, pumpenden Herzmuskel ähnelt: bumm-bumm. bumm-bumm.
bumm-bumm. Schlussfolgerung: ALMA spielen nicht nur Seelenmusik, es geht noch näher:
Herzensmusik!

Pressestimmen

Vierteljahrespreis der deutschen Schallplattenkritik 04/2017
… Irgendwo zwischen Heimaterde und einem dunklen All.
col legno WWE 20434 (harmonia mundi)
Die vitale österreichische Volksmusikszene, die sich längst von der rigiden und ideologiebehafteten »Pflege« emanzipiert hat, ist heute bestimmt durch genaue Kenntnis der Tradition, Stilpluralismus und Internationalität. Für all dies steht auch die neue und außergewöhnlich farbenreiche Produktion von Alma. Vier Musikerinnen und ein Musiker führen das weiter, was sie ebenso an einem Wiener oder Kremser Musikantenstammtisch spielen könnten. Die Kompositionen und Arrangements von Julia Lacherstorfer und anderen entspringen nicht einem zwanghaften Bestreben, Volksmusik »zeitgemäß« zu verpacken, vielmehr ihren intensiven Erfahrungen mit unterschiedlichen Weltregionen und Kompositionsschulen. An diesen Inspirationen lässt uns Alma auch durch die geistreichen Kommentare teilhaben.

Für die Jury: Ulrich Morgenstern

Transalpin [col legno, 2015]

„Hoe-ho“! Jodeln – frei gedeutet ist es das Esperanto der alpenländischen Musik.
Eine Welthilfesprache, die der internationalen Kommunikation dient, hat im Alpenraum eine
Schwesternsprache, die auf den ersten Blick nicht danach aussieht. Wie kann das sein? Ganz
einfach: Die wohlklingende Sprachmelodie des Jodelns kann Botschaften weiterleiten, denen die
Hochsprache nie nachkommt: Gefühlsstimmungen ausdrücken, die Zeit überdauern oder einfach glücklich machen.

 

Befreit man die oben erwähnte Jodelsilbe von ihren Konsonanten, landet man bei „Oeo“, dem
programmatischen Titelstück des Programms und befindet sich unweigerlich in der Jetztzeit.
Einmal mehr bringen ALMA „Zeitgenössische Volksmusik“ zu Gehör, vor allem in ihren Eigenkompositionen.
Wenn dabei ein zeitloses Gefühl von Heimat entsteht, ist das nur erfreulich.

ALMA versuchen reflektierte „Heimatgefühle“ beim Konzertbesucher auszulösen, womöglich
sogar Gefühle einer Sozialisation ohne Raumbezug, sondern nur im Herzen oder in einem früheren Leben.

 

Apropos Herz:
Der Landler. Die Urform der österreichischen Volksmusik. Darin verpackt befindet sich der
Herzschlag. Das ist kein schlechter Scherz, sondern die reinste Wahrheit: Die Betonungen in
dieser dreivierteltaktigen Gattung liegen auf den Taktzeiten eins und drei. Daraus ergibt sich ein
Rhythmus, der einem gesunden, pumpenden Herzmuskel ähnelt: bumm-bumm. bumm-bumm.
bumm-bumm. Schlussfolgerung: ALMA spielen nicht nur Seelenmusik, es geht noch näher:
Herzensmusik!

Pressestimmen

ALMA „Transalpin“ (col legno, 2015)

Ganz falsch liegt man vermutlich nicht, zählt man ALMA zu den Senkrechtstartern der heimischen Weltmusikszene. Das 2013er-Erstlingswerk „Nativa“ erntete viel Lob. Und das nicht nur hierzulande. Mit dem nun erscheinenden „Transalpin“ (col legno) setzt die Formation rund um JULIA LACHERSTORFER zum nächsten großen Wurf an.

Die österreichische Volksmusik einmal anders erklingen lassen, so in etwa dürfte das übergeordnete musikalische Motto dieser Formation lauten. Alma liefern auf „Transalpin“ einmal mehr den Beweis, dass Volksmusik eben nicht immer nur rein traditionell interpretiert und in ihrem Klang auf eine bestimmte Region begrenzt sein muss. Was Julia Lacherstorfer (Geige, Gesang), Evelyn Mair (Geige, Gesang), Matteo Haitzmann (Geige, Gesang), Marie-Theres Stickler (steirische Harmonika, Gesang) und Marlene Lacherstorfer (Kontrabass, Gesang), die fünf Köpfe hinter der mittlerweile auch international viel beachteten Formation, betreiben, ist, sie hin zu anderen Stilen zu öffnen und einer zeitgenössischen Form zuzuführen. Dies geht aber auf eine sehr behutsame und respektvolle Art vor sich, immerhin liegen die Wurzeln der Beteiligten in der Volksmusik, sie sind mit ihr aufgewachsen, sie war die Musik ihrer Kindheit und Jugend.

Eine musikalische Sprache der vielen Dialekte.

Die musikalische Sprache, die die vier Damen und der Herr sprechen, ist eine der vielen Dialekte. Die aus allen Ecken der Welt stammenden Melodien, die abwechslungsreichen und in weite elegische Bögen gefassten Arrangements, die kunstvoll geschlagenen Brücken, der warme Sound der Instrumente, die richtig Gänsehaut erzeugenden ruhigen Passagen, alles wirkt auf eine sehr lyrische und zugleich ansteckend lebendige Weise zusammen. Musikalisch zeichnet das 2011 gegründete Quintett die Linie von der traditionellen Musik des Alpenraumes mit den dazugehörenden Jodlern über den nordischen Folk, die gediegene Kammermusik und vereinzelte Improvisationen bis hin zu Klängen aus dem Orient. Jede Nummer erzählt eine eigene Geschichte, mal in einem leichtfüßig beschwingten Ton, mal einfach nur in einem zurückhaltenden und melancholischen.

Hat es einen letzten schlagenden Beweises für die Qualität dieser Formation bedurft, mit „Transalpin“ hat sie diesen auf jeden Fall in wirklich schöner und eindrucksvoller Manier geliefert. Die Musik von Alma ist von einem ganz eigenen faszinierenden Charakter, sie reißt mit, sie berührt, sie unterhält und fordert zugleich, sie beinhaltet schlicht und einfach alles, was einen wirklich packt.

https://www.musicaustria.at

Nativa [col legno, 2013]

AUS DEM BOOKLETTEXT VON RENÉ FREUND
„Alma sind lässig, ohne nachlässig zu sein. Cool, ohne kühl zu sein. Sie sind gescheit, aber nicht intellektuell, gefühlvoll, aber nicht sentimental, virtuos auf jeden Fall, aber das müssen sie nicht zeigen. Wenn sie es tun, dann mit einem Augenzwinkern. In ihrer Musik vereinen sich Tradition, Improvisation und Innovation zu einem äußerst lebendigen Neuen.“

 

BESTENLISTE DER „DEUSCHTEN SCHALLPLATTENKRITIK“, 4. QUARTAL 2013
Für die Jury: Mike Kamp
„In der Gruppe Alma verwirklichen vier junge Damen und ein Herr ihre Vorstellungen, wie die österreichische Volksmusik-Tradition an die Jetztzeit und die Menschen, die in ihr leben, anzupassen wäre. Mit Violinen, Bass, Akkordeon und (meist Jodel-)Gesang sowie mit großer Leichtigkeit, Leidenschaft und Fantasie lassen sie aus den Wurzeln vielfältige Triebe und Blüten wachsen: Kreativität ist Trumpf.“
www.schallplattenkritik.de/bestenlisten

Pressestimmen

Ländliche Lebenslust

Mit einer beinahe orientalisch anmutenden Arabeske, welche in einen melancholischen Walzer übergeht, hebt dieses ungewöhnliche Album an. Was folgt sind Expeditionen ins Reich der Volksmusiken über die Grenzen Österreichs hinaus und in die Bezirke der Donaumonarchie hinein. Und dies mit großteils untypischen Instrumenten: drei Violinen, ein Kontrabass und ein Akkordeon. Eine Musik jedenfalls die aufhorchen und -tanzen lässt und vielleicht (in den Jazz transformiert) an die Kreativität Rabih Abou-Khalils erinnert, oder, und so abwegig ist der Gedanke nicht, an die Experimente des Kronos-Quartetts.

 

Die jugendliche und unbekümmerte Spiellust des Ensembles spiegelt sich potenziert in der Lebendigkeit der Aufnahme, dessen technische Qualität mit Dynamik und Nuancenreichtum glänzt. Die Musikerinnen sind durchwegs vom volkstümlichen familiären Umfeld geprägt und klassisch ausgebildet (was man genussvoll zur Kenntnis nimmt).

 

Das Booklett bietet einen einfühlsamen Essay von René Freund und launige Kommentare der Komponistin und Violinistin Julia Lacherstorfer. Und: Es geht einem wie René Freund – es bringt die Volksmusik ein Stückchen näher!

Auf der Alm(a) Alma: what does it mean? The soul. It may also make you think of ‚Alm‘, the German word for an alpine pasture or hut. And, of course, of Alma Mahler, and the world of yesterday.

So writes René Freund in his introduction to Nativa, the first album by Alma, a brilliant, original Austrian Volksmusik band. Folk is not my ken, as regular readers well know. Though in writing about Schubert, Brahms, Mahler, and many in between, I have become increasingly familiar with the folk traditions on which my chosen composers drew. Yet they are not traditions that just feed the Classical world, but they continue to thrive, evolve and, ultimately, seize back the music, sometimes with Classical tropes.

 

Certainly Alma – made up of Julia Lacherstorfer, Evelyn Mair, Matteo Haitzmann, Marie-Theres Stickler and Marlene Lacherstorfer – draw on a variety of sources. Their album, which has recently won the German Record Critics‘ Prize, flaunts an extraordinary range, from snatches of Reger’s Abendlied to Bart Howard’s ‚Fly Me to the Moon‘. Such tracks appear alongside yodels written on napkins in pubs in Upper Austria, Bourbon bourrées and Paris in Spring, all delivered with typical Viennese flair.

 

Defying my expectations of ‚folk‘, Nativa really is a wonderful album, a psychogeographic trip through the Austrian countryside, its extensive musical traditions and beyond. There is, of course, a sort of ripe crudeness about some of the numbers, bringing the pungency of the meadows to your speakers, yet the playing is always top-notch, with Bachian poise one minute and jam-like abandon the next. This is truly one of the most original soundworlds I’ve encountered of late.

Alma „Nativa“

Ende Mai hat Alma die neue CD im Theater am Spittelberg vorgestellt. Abschießende Anfangsbemerkung: Die CD ist wirklich gut und unbedingt empfehlenswert! Alma ist eine ungewöhnliche Mischung 5 junger Musiker bzw. Musikanten (eigentlich sind 4 davon Innen), daher lassen Sie mich mit „Ihm“ anfangen: Matteo Haitzmann, Violine & Gesang Julia Lacherstorfer Violine, Gesang, Moderation Marlene Lacherstorfer, Kontrabass, Gesang Evelyn Mair, Violine, Gesang Marie-Theres Stickler, Harmonika, Gesang.

 

Sie alle beherrschen ihr musikalisches Handwerk, stehen in der Tradition und lieben es damit zu spielen. Dass diese Formation zudem außergewöhnlich sympathisch, kreativ und dabei frei von Allüren ist, zeichnet sie besonders aus – man muss sie einfach mögen. Die CD umfasst 19 Tracks mit einem gut zusammengestellten Mix aus traditionellen Volksmusikstücken, Jodlern, und eigenen Kompositionen, letztere vorwiegend von Julia Lacherstorfer.

 

Eine kleine Bemerkung zu Track 11: Der Mond ist aufgegangen (T: Matthias Claudius, M: J. A. Peter Schulz, Satz: Max Reger, Arrangement: J. Lacherstorfer). Hier wirkt auch der „Coro siamo“ mit. In dem umfangreichen und schönen Booklet ist zu lesen: Es wird für kurze Zeit ernst, wenn große Ton und Dichtkunst erklingt. Dieses Claudius- Gedicht ist wirklich schön und sehr kunstvoll in seinen (nicht zufällig) 7 Strophen konstruiert – deren drei letzte Gebet sind. Es ist leider in vielen Liederbüchern üblich das Werk auf 4 Strophen zu kürzen (1,2,3,7). Aber hier werden auch noch Strophen vertauscht (1,3,4,2). Wahrscheinlich weil man nicht mit dem „kranken Nachbarn“ schließen möchte. So bleibt dem Lied aber nur die Romantik – der angekündigte Ernst wird genommen. Und mit großer Dichtkunst sollte man respektvoll umgehen.Ein besonders witziges Stück, eine Komposition von Julia Lacherstorfer, ist Track 17, die „Apfelmusette“ – der Weg eines Apfels zu Apfelmus und von der Musette zum Landler bzw. Schleunigen. Dieser Weg ist für Alma generell nicht weit. Sie stehen, wie erwähnt, mit zumindest einem Fuß, fest in der Österreichischen Volksmusiktradition. Mit dem Rest vollziehen sie musikalisch die berühmte Empfehlung des hl. Augustinus: „Liebe – und dann tu was Du willst!“ Ihnen dabei zuzuhören bereitet großes Vergnügen.HZ

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